Am 20. November 2025 haben wir gemeinsam mit der iSyst Intelligente Systeme GmbH in Nürnberg ein weiteres Gate4SPICE-Event veranstaltet. Das Thema dieses Treffens traf einen zentralen Punkt der Assessorenpraxis: Seit der Einführung des Automotive Spice ® Modells 4.0 herrscht Verwirrung über zwei der Prozesse deren Intepretation vielseitig ist: VAL.1 und die geforderte Traceability des SWE.5 in das Detailed Design.
Mit dabei waren auch unsere Kollegen Sebastian Keller und Horst Kostal, die gemeinsam mit einem der QA Verantwortlichen der Audi AG Christos Ebert und dem iSyst Mitglied Sebastian Dengler in Fachvorträgen und in der Diskussion wertvolle Impulse einbrachten.
Zum Auftakt warf Christos Ebert (Audi AG) in seiner KeyNote die Fragestellung auf wie eine Validierung der Stakeholder Requirements im Rahmen eines Assessments eines Zulieferers bewertet werden können.
Eine zentrale Frage hierbei ist die Identifikation des „Intented Use“. Dieser über die Zeit möglicherweise wachsende Faktor beinhaltet sowohl Aspekte der Vehicle integration levels, des Field testing, der Management Fahrten und schließlich gar der Homologation, an denen die Zulieferer unter Umständen mitarbeiten müssen.
Sebastian Keller (Process Fellows) adressierte den derzeit offensichtlich unklaren Punkt der von uns so genannten „Tri-directional traceability“, welche sowohl eine Verbindung des SWE.5 zum SWE.4 als auch zum Detailed Design beider Prozesse fordert. Hier wurde eine Interpretation gewagt, da auch die Base Practices im SWE.4 diese Traceability nicht fordern. Der SWE.5 bezieht sich zwar im Purpose, als auch in den Base Practices BP2 und BP6 auf das Detailed Design, unklar erscheint jedoch, wie das Detailed Design bei einer Verifikation der SW Komponenten helfen kann.
In Diskussionen wurde versucht einen gemeinsamen Nenner zu finden.
Sebastian Dengler (iSyst) adressierte wie Test Reports ausreichend als Evidenzen in Assessments dienen können. Was erwartet das PAM, oder die Guideline, wie deckt sich das mit dem Projektalltag und wie steht es mit der Frage einer ausreichenden Kommunikation, die sich auf nachfolgende Prozesse auswirken könnte?
Am Nachmittag arbeiteten die Teilnehmer in Gruppen an konkreten Beispielen: Was sind die Vorteile einer Teilnahme an einem VAL.1 Prozess? Was könnten die folgenden Schritte sein? Wie könnte eine Intepretation der Traceability des SWE.5 aussehen, wenn die Software Architektur aus Komponenten besteht, die gleichzeitig als Units bezeichnet werden? Wie können Test Reports anhand von Fallbeispielen bewertet werden
Zum Abschluss präsentierten die Gruppen ihre Ergebnisse. Das Fazit: Die Unsicherheiten bleiben und man schaut mit Interesse einer Überarbeitung des Modells 4.0 entgegen. Der intensive Austausch hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig Klarheit und Qualität in den Vorgaben sind.
Wir danken allen Teilnehmern für den spannenden Tag mit wertvollem Input und lebhafter Diskussion!
Die Ergebnisse können hier auf der intacs Webseite heruntergeladen werden (vorheriger Login notwendig).
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