Was ist ein KI-Managementsystem?

Wer künstliche Intelligenz (KI) im Unternehmen einsetzt, braucht klare Regeln. Welche Anwendungen sind freigegeben? Wer trägt die Verantwortung? Wie werden Ergebnisse geprüft und Risiken bewertet? Diese Fragen betreffen eigene Entwicklungen ebenso wie zugekaufte KI-Werkzeuge.

Die ISO/IEC 42001 beschreibt die Anforderungen an ein Managementsystem für Künstliche Intelligenz, kurz AIMS (Artificial Intelligence Management System). Es legt fest, wie eine Organisation die Entwicklung, Bereitstellung und Nutzung von KI steuert und verbessert. Dazu gehört die Bewertung von Risiken und Auswirkungen, klare Zuständigkeiten sowie die regelmäßige Überprüfung der getroffenen Maßnahmen. Process Fellows unterstützt Sie dabei, diese Anforderungen in Ihren Arbeitsalltag zu übertragen. Ausgangspunkt sind Ihre KI-Anwendungen und die Prozesse, die Sie bereits nutzen.

ISO 42001 im Überblick

Die ISO/IEC 42001 ist eine zertifizierbare Managementsystemnorm für Organisationen, die KI bereitstellen, entwickeln oder nutzen. Ihre Grundstruktur (Abschnitte 4-10) entspricht der ISO 9001 und ISO/IEC 27001:

Abschnitt KI-spezifische Anforderung Anknüpfungspunkt
4
Kontext
Rolle der Organisation (Anbieter, Entwickler, Anwender), KI-Verzeichnis und Anwendungsbereich Kontextanalyse nach ISO 9001 / ISO/IEC 27001
5.2
KI-Politik
Von der Leitung freigegebene KI-Politik mit Zielen und Verpflichtungen Qualitäts- und Informationssicherheitspolitik
6.1.2 / 6.1.3 KI-Risikobewertung und -behandlung; Erklärung zur Anwendbarkeit (SoA) ISMS-Risikoprozess und Erklärung zur Anwendbarkeit
6.1.4 Folgenabschätzung für KI-Systeme: Auswirkungen auf Einzelpersonen und die Gesellschaft Datenschutz-Folgenabschätzung (DSGVO), Grundrechte-Folgenabschätzung (AI Act)
8.2–8.4 Risikobewertungen, Risikobehandlung und Folgenabschätzungen im Betrieb durchführen Operative Prozesse und Automotive SPICE MLE
9 und 10 Überwachung, internes Audit, Managementbewertung und Verbesserung Bestehendes Auditprogramm

Anhänge: A – 38 Referenzmaßnahmen, B – Umsetzungshilfen, C – KI-Ziele und Risikoquellen, D – Anwendung in verschiedenen Branchen

Zertifizierung: Durch Zertifizierungsstellen, die nach ISO/IEC 42006 akkreditiert sind.

Für weitere Informationen siehe auch Abschnitt Häufige Fragen

Welche Herausforderungen gibt es?

In vielen Unternehmen entstehen KI-Anwendungen zunächst in einzelnen Teams. Mit der breiteren Nutzung müssen sich Management, Fachbereiche, Entwicklung, IT und Datenschutz auf ein gemeinsames Vorgehen verständigen.

Dabei stellen sich häufig ähnliche Aufgaben:

  • Eingesetzte KI-Systeme und ihren Verwendungszweck erfassen
  • Verantwortlichkeiten und Entscheidungsbefugnisse festlegen
  • Risiken und mögliche Auswirkungen nachvollziehbar bewerten
  • Regeln für Daten, Freigaben und die Prüfung von KI-Ergebnissen vereinbaren
  • Änderungen und Vorfälle bearbeiten und Mitarbeitende gezielt schulen

Wie aufwendig diese Abläufe sein müssen, hängt von Ihren Anwendungen und deren Risiken ab. Wir achten darauf, bestehende Strukturen zu nutzen und die beteiligten Teams früh einzubeziehen.

Wie können wir als Process Fellows unterstützen?

Unsere Zusammenarbeit beginnt dort, wo Sie sich gerade befinden. Die folgenden drei Bausteine reichen von der ersten Orientierung bis zur Erprobung Ihres KI-Managementsystems.

ISO-42001 Management-Workshop

Mit Ihrer Führungsebene und den beteiligten Fachbereichen klären wir, was die ISO/IEC 42001 für Ihr Unternehmen bedeutet. Wir besprechen relevante KI-Anwendungen, den möglichen Anwendungsbereich des AIMS und die Verantwortung im Unternehmen. Daraus leiten wir Ziele und erste Schritte ab.

Sie erhalten eine abgestimmte Entscheidungsgrundlage mit Prioritäten und den nächsten Aufgaben.

ISO-42001 Readiness Check

Wir prüfen ausgewählte Unterlagen und sprechen mit den Verantwortlichen über die gelebten Abläufe. Im Abgleich mit der ISO/IEC 42001 wird sichtbar, welche Grundlagen bereits vorhanden sind und wo Handlungsbedarf besteht. Umfang und Prüftiefe vereinbaren wir vorab.

Die Ergebnisse halten wir in einer Gap-Übersicht und einem priorisierten Maßnahmenplan fest. Der Check dient der Standortbestimmung und ist kein Zertifizierungsaudit.

AIMS-Aufbau und Pilotierung

Gemeinsam mit Ihrem Team erarbeiten wir die benötigten Regeln und Prozesse. Dazu zählen etwa die KI-Politik, ein KI-Verzeichnis, Zuständigkeiten sowie die Bewertung von Risiken und Auswirkungen. An ausgewählten Anwendungsfällen erproben wir, wie Freigaben, Kontrollen und Änderungen im Alltag funktionieren. Interne Trainings und Coaching begleiten die Einführung.

Nach dem Piloten passen wir die Abläufe anhand der Erfahrungen an und planen die Einführung in weiteren Bereichen.

ISO/IEC 5338 als Ergänzung

Für die Gestaltung der Lebenszyklusprozesse beziehen wir bei Bedarf die ISO/IEC 5338 ein. Die Norm baut auf etablierten System- und Softwareentwicklungsprozessen auf und ergänzt sie um KI-spezifische Inhalte. Sie hilft damit, die Vorgaben des Managementsystems in Entwicklung, Beschaffung und Betrieb umzusetzen

Auditvorbereitung

Wir unterstützen Sie auch bei der Prüfung Ihrer Nachweise, der Bearbeitung offener Punkte und der Vorbereitung auf ein externes Zertifizierungsaudit. Dazu können interne Audits unter Wahrung von Objektivität und Unparteilichkeit gehören.

Laufende AIMS-Begleitung

Wir unterstützen Sie beim Betrieb, etwa bei neuen KI-Anwendungen, Änderungen von Prozessen, Managementbewertungen und der Nachverfolgung von Verbesserungsmaßnahmen.

Sie sind interessiert? 

Sie möchten klären, was die ISO/IEC 42001 für Ihr Unternehmen bedeutet oder wie Sie mit der Einführung beginnen?
Nutzen Sie das Kontaktformular oder kontaktieren Sie uns über:

Telefon: +49 9194 3719957 
EMail: ​office@processfellows.de

Häufige Fragen zur ISO 42001

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